Die annähernd kreisrunde
Platte hat einen Durchmesser von etwa 32
Zentimetern und eine Stärke von 4,5 Millimetern
in der Mitte bzw. 1,7 Millimetern am Rand. Das
Gewicht beträgt ca. 2 Kilogramm. Die Scheibe
besteht aus Bronze, einer Legierung aus Kupfer
und Zinn, deren Kupferanteil nachweislich vom
Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig in den
Ostalpen stammt. Sie wurde offenbar aus einem
Bronzefladen getrieben und dabei wiederholt
erhitzt, um Spannungsrisse zu vermeiden bzw. zu
beseitigen. Dabei verfärbte sie sich tiefbraun
bis schwarz. Die heutige, von einer
Korrosionsschicht aus Malachit verursachte
Grünfärbung ist erst durch die lange Lagerung in
der Erde entstanden. Die Applikationen aus
unlegiertem Goldblech sind in Einlegetechnik
gearbeitet und wurden mehrfach ergänzt und
verändert. Aufgrund der Beifunde ist zu
vermuten, dass sie etwa um 1600 v. Chr.
vergraben wurde, ihr Herstellungsdatum wird auf
2100 bis 1700 v. Chr. geschätzt.
Nach der Interpretation von
Meller und Schlosser stellen die Plättchen
Sterne dar, die Gruppe der sieben kleinen
Plättchen vermutlich den Sternhaufen der
Plejaden, die zum Sternbild Stier gehören. Die
anderen 25 sind astronomisch nicht zuzuordnen
und werden als Verzierung gewertet. Die große
Scheibe wurde zunächst als Sonne, mittlerweile
auch als Vollmond interpretiert und die Sichel
als zunehmender Mond. (weitere Interpretationen
finden Sie auf Wikipedia)
Für die an den wissenschaftlichen Untersuchungen
beteiligten Wissenschaftler steht nunmehr jedoch
fest, dass diese Scheibe nicht ursprünglich aus
dem östlichen Mittelmeerraum stammt und
anschließend ihren Weg nach Mitteleuropa
gefunden hat. Sie ist für sie zweifelsfrei vor 1600 v. Chr. direkt in Mitteleuropa
angefertigt worden. Damit ist die Scheibe nach
Ansicht der Fachleute die von einer
mitteleuropäischen Zivilisation angefertigte,
bislang älteste, konkrete Darstellung des
Nachthimmels aller Zeiten und somit die erste
erhaltene Abbildung des Kosmos der
Menschheitsgeschichte. Sie ist ca. 200 Jahre
älter als die frühesten bis jetzt in Ägypten
gefundenen Darstellungen.
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Die Himmelsscheibe von Nebra ist seit dem 23. Mai 2008 in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle (Saale) zu sehen. Am 20. Juni 2007 wurde in der Nähe des Fundortes bei Nebra das multimediale Besucherzentrum Arche Nebra als Station der Tourismusroute „Himmelswege“ eröffnet. (Textausszug nach Wikipedia)
